Freitag, 18.05.2012
Gartenbach – Werthan Telephonat Vol. 20: „Das ist das langweiligste der Welt“
Werthan am Freitag, Oktober 21, 2011

Pokerspieler reden ja gerne über ihr Spiel und wie sie welche Hände spielen. Allerdings ist nicht immer und jeder interessiert wie denn der Jeweilige, die eine oder andere Hand spielt, nicht mal jemand der selber pokert – die wahrscheinlich noch am aller wenigsten. Das ist das langweiligste auf der Welt. Selber ist man stolz auf die Moves und die detaillreiche Ausführung jeder Hand. Drehbuchartig und hollywoodverfilmungswürdige Geschichten am Pokertisch. Udo erzählte mir von seinem letzten Online-Turnier (irgendein Fisch-Turnier auf Betsson) und die Rache war mein.

Werthan: Hallo Udo, du ich wollte nur Tschüss sagen. Ich fahre jetzt nach Baden bei Wien zur Europameisterschaft. Ich weiß ja nicht, ob du weißt, dass Baden bei Wien keine Partnerstadt hat, zumindest hab ich keine gefunden. Aber dafür ist dort Natalie von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, Ratibor und Corvey geboren. Sie war ja die zweitgeborene Tochter von Maria Henriette Erzherzogin von Österreich. Manchmal frage ich mich aber, warum ausgerechnet in Baden diese Europameisterschaft ausgetragen wird. Baden liegt ja bei Wien und da ist es ganz praktisch, wenn zwei Städte so knapp nebeneinander liegen. Wenn man etwas zum besorgen hat, dann kann man schnell mal nach Wien rein fahren. Mein Schwager zum Beispiel, der wohnt zwar nicht in Baden, sondern in Graz, das ist in der Steiermark oder mansch sagen auch St. Eiermark und glauben das ist lustig, der, also mein Schwager, mag es ja überhaupt nicht in der Stadt zu leben. Der arbeitet bei einer Zeitung, also bei einer echten, nicht so wie wir. Also mein Schwager, der geht ja gerne in die Einkaufszentren die am Stadtrand liegen. Die liegen nicht so weit weg von dort wo er wohnt, vielleicht so 10 oder 15 Minuten wenn man mit dem Auto fährt, aber da muss er ein Stück über die Autobahn fahren, mit öffentlichen Verkehrsmittel wäre es etwas kompliziert. Aber das ist sein Ding, ich meine das über die Autobahn fahren. Obwohl ich ja meine, dass das vom Umweltschutzgedanken nicht ganz okay ist. Aber es ist schließlich sein gutes Recht, auch wenn es moralisch das nicht ist, aber man muss solche Entscheidungen respektieren, oder etwa nicht? Seine Ex-Frau ist jetzt mit der gemeinsamen Tochter nach Norden gezogen, weil ihr hat es am Stadtrand ja nie so recht gefallen, was ich ja ein wenig bedauere, weil, verstehst du, irgendetwas Gutes lässt sich doch an jedem Ort finden, nicht wahr? Man kann doch nicht jeden Tag am Stadtrand aufwachen und sagen, „Was für ein Scheiss-Leben“, aber das muss man positiv sehen. Na gut, ich möchte jetzt nicht behaupten, dass Graz zu den Städten gehört, die einen allein durch die Tatsache, dass man in ihnen lebt, ausreichend Gründe zum Weiterleben liefern, das wäre wohl etwas zu dick aufgetragen, aber immerhin hat Graz einen schönen Park und ein nettes Heimatkundemuseum. Ich weiß das, weil ich ja selber in Graz aufgewachsen bin, aber das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Ich bin dann ja weggezogen, weil es nie mein innigster Wunsch gewesen ist, in Graz zu leben. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mich mal auf den Schossß genommen und gefragt hat, was ich einmal machen will, wenn ich groß bin, und dass ich ihm geantwortet hätte, weißt du Vater, eigentlich ist es mir egal was ich werde, Hauptsache ich ich darf in Graz leben. Gut, es ist auch keine Stadt, von der man Hals über Kopf wieder wegziehen will, und genau darüber hab ich mich vor kurzem mit meinem Freund Thomas unterhalten, Thomas ist einer meiner ältesten Freunde, schon seit den Neunzigern. Wir sitzen also in dieser Lounge, ich glaube es war sogar eine Weinlounge, in der ich zwei Jahre zuvor schon mal gewesen bin und dort einen ganz miserablen Chablis getrunken habe und das Glas war auch noch warm. Trotzdem hab ich mich mit Thomas dort getroffen. Thomas ist ja mit seiner Freundin zusammengezogen und beim Wohnungseinrichten haben die Dinge erlebt, das glaubst du nicht!! Zum Beispiel die Küche. Viele wissen ja nicht, dass Kücheneinrichten ziemlich lange dauern kann, weil viele ja….

Fremde Stimme: Hallo?

Werthan: Ja?

Fremde Stimme: Wer spricht da?

Werthan: Äh, ein Kollege. Wo ist Udo?

Fremde Stimme: Hier ist Putzfrau und als ich kam in das Zimmer, wollte Herr Gartenbach sich gerade erhängen am Heizkörper und dabei sagte er immer, „Ich halte Werthan nicht mehr aus, Ich halte Werthan nicht mehr aus, Ich halte Werthan nicht mehr aus, Ich halte Werthan nicht mehr aus…“ verstehen Sie was er meint?

Werthan: Äh, nein, keine Ahnung. Geht es ihm gut?

Fremde Stimme: Ja, liegt jetzt mit Flasche Rotwein im Mund auf Boden. Geht gut.

Werthan: Ok, dann Tschüss

Fremde Stimme: Schüss

Zur Strafe dem Heinerlein sein Firmenfahrrad übergeben

2 KOMMENTARE
Heinerlein am Freitag, Oktober 21, 2011

Hallo W,

schade das mit der Kücheneinrichtung hätte mich jetzt noch besonders interessiert. Die meisten Menschen haben aber auch eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne.

So ich muss jetzt zurück zu meinem Zweitjob in dieser rumänischen Obenohnebar.

Grüße, Heinerlein

horst wik am Freitag, Oktober 21, 2011

die beiden sind einfach klasse !